Erfolgreiche Frauen in der Wirtschaft

Erfolgreiche Frauen in der WirtschaftIn Deutschland wird jedes fünfte mittelständische Unternehmen von einer Frau geführt. Diese Quote liegt deutlich über der in großen Unternehmen, wo nach einer aktuellen KfW-Studie nur 4,8 Prozent der Spitzenpositionen mit einer Frau besetzt sind. Der Anteil soll sogar leicht sinken, obwohl sich die deutsche Politik etwas ganz Anderes auf die Fahnen geschrieben hatte.

 

 

Welche Chancen haben Frauen als Chefin?

Frauen werden zunehmend in Führungspositionen auftreten, wenn sie selbst Unternehmen gründen. Das schätzt der KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner so ein. In den großen Konzernen sind die Verhältnisse festgezurrt, die Karriereleiter ist ein steiniger Pfad und von Seilschaften abhängig. Wer selbst gründet, ist jedoch gleich Chef(in). Da die Existenzgründungen durch Frauen in Deutschland zunehmen, ist Zeuner zuversichtlich, was die Führungspositionen im Mittelstand angeht: Dessen Gesicht dürfte weiblicher werden, so der Experte.

Weibliche Führungskräfte in mittelständischen Betrieben

Es gibt in Deutschland rund 3,6 Millionen mittelständische Firmen. Etwa 700.000 von ihnen werden von einer Frau geführt. Im Jahr 2015 beschäftigten sie vier Millionen Mitarbeiter, investierten rund 15 Milliarden Euro und bildeten 112.000 Azubis aus. Das sind beachtliche Größenordnungen, jedoch ist diese wirtschaftliche Bedeutung in Relation zur gesamten deutschen Ökonomie unterproportional. Überwiegend handelt es sich um kleinere Dienstleister, große Unternehmen aber werden von Männern gelenkt. Das fängt schon bei den Mittelständlern an: Ab einem Jahresumsatz von 50 Millionen Euro sind nur noch fünf Prozent der Inhaber Frauen, darunter beispielsweise die norddeutsche Fleischmanufaktur Schwarz Cranz. Bis zu einer Million Euro hingegen beträgt die Frauenquote 20,5 Prozent. Knapp 60 Prozent der von Frauen geführten Firmen sind Dienstleistungsbetriebe wie Pflegeanbieter, Weiterbildungsinstitute, Anwaltskanzleien, Finanz- und Personalberatungen oder PR-Büros. In diesen Branchen werden aber pro Unternehmen weniger Mitarbeiter beschäftigt, auch sind die Umsätze geringer als in Bauunternehmen, im Handel und in der Industrie.

Wie sieht die Prognose für Frauen in Führungspositionen aus?

Die KfW vermutet im Ergebnis ihrer Studie, dass der Anteil von Managerinnen zumindest im Mittelstand steigen wird. Zuletzt wurden 43 Prozent aller Existenzgründungen von Frauen durchgeführt. Die Wirtschaft braucht zudem die Frau als Führungskraft, denn bei schrumpfender Erwerbsbevölkerung und drohenden Fachkräfteengpässen kann sie auf das Know-how der Chefinnen nicht verzichten. Abseits von politischer Korrektheit wird schierer ökonomischer Zwang mehr Frauen in Führungspositionen bringen, so die Autoren der Studie.

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