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Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene – Vorteile für die Umwelt?

Rangierbahnhof bei NachtStaus auf der Autobahn, Unfälle durch LKWs, Straßenschäden und Umweltverschmutzung durch den Güterverkehr: Diese Argumente führen Verfechter des multimodalen Verkehrs ins Feld, wenn es um die Verla-gerung von Volumen auf die Schiene geht. Doch kann man es sich wirklich so einfach machen, oder sprechen am Ende gar gewichtige Gründe gegen eine Verlagerung?

Immer mehr Güter werden auf Schienen transportiert

Das Schienennetz in Europa und in Deutschland ist von hoher Qualität und Dichte, alle großen Handelszentren sind auch an das Schienennetz angebunden. Die Bedingungen sind also günstig, nach Meinung der Allianz pro Schiene werden bis 2020 mindestens 25% aller Güter auf der Schiene transportiert werden, 2011 waren es 17,7%. Das spart viel an Feinstaub, CO2-Emissionen und auch an Lärm, den LKW sonst verursachen. Die Schiene ist aber nicht immer das am besten geeignete Transportmittel, gerade im Nahverkehr ist der Umschlag auf der Straße günstiger und einfacher umzusetzen. Dafür kann die Schiene vor allem im Fernverkehr die Autobahnen und damit die Umwelt wirksam und direkt entlasten. Ein Beispiel für sinnvolle Einbindung der Schiene auf kurzen Distanzen stellen Werksbahnen dar, die von einer Produktionsstätte zur nächsten pendeln und dabei oft auch nur kurze Strecken fahren. Diese sind jedoch wirtschaftlich oft nur für große Unternehmen zu realisieren.

Die rollende Landstraße

Der kombinierte Verkehr wird immer häufiger als so genannte Rollende Landstraße realisiert. Hier werden nicht nur Güter sondern auch der LKW mit dem Zug auf der Schiene transportiert, um so größere Distanzen zurückzulegen, ohne im Stau zu stecken. Die Vorteile liegen auf der Hand, die Entlastung der Autobahnen kommt allen Autofahrern zugute und spart auch den Unternehmen Kosten für die Maut und den Fahrer, der die Fahrt etwa schlafend verbringen und sich erholen kann. Auch die Umwelt wird so entlastet von Feinstaub und Emissionen. Zudem lassen sich so auch Fahrverbote auf der Autobahn ohne Zeitverlust umgehen und somit die Güter schneller transportieren. Am Ziel angekommen, ist Flexibilität vorhanden, denn der LKW kann von hier aus die Feindistribution auf der Straße vornehmen. Allerdings braucht der gebrochene Verkehr immer eine genauere Abstimmung aller Beteiligten, damit die Güter schnell umgeschlagen werden können. Auch ist hierfür eine geeignete Infrastruktur notwendig, mit der der LKW und die Güter umgeschlagen werden können, etwa Rollkräne oder ähnliches.

Für die Umwelt ein großer Gewinn

Der kombinierte Verkehr entlastet die Umwelt deutlich, daher ist unter Umweltgesichtspunkten eine Entlastung der Straße zugunsten der Schiene sinnvoll und wünschenswert. Denn das Schienennetz ist bereits gut ausgebaut und bietet ausreichende Kapazitäten, um noch mehr Güter zu transportieren als im Moment. Die Reduktion von CO2, Schwefel und anderen Abgasen erhöht die Luftqualität, und auch die knappe Ressource Öl wird durch eine solche Verlagerung geschont. Allerdings muss man berücksichtigen, dass auch der Transport auf der Schiene Nachteile birgt, etwa die Lärmemission des Güterverkehrs, der stellenweise in der Nähe von Wohngebieten rangiert. Allerdings ist die Umweltbilanz auch unter Berücksichtigung der Lärmemission auf der Schiene günstiger als ein Transport auf der Straße. Das gilt sowohl absolut als auch bezogen auf die Lastkilometer.

Bil von: Thorsten Schier – FotoliaSimilar Posts: