Raus aus der Nische! Nachhaltige und faire Mode

Unterschiedliche ModestückeBillig produzierte Mode von Großkonzernen wird von rund 95 Prozent der Deutschen gekauft. Wie unter anderem durch den Einsturz des Rana-Plaza-Gebäudes in Dhaka, Bangladesch europaweit bekannt geworden ist, sind die Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern Indien, Bangladesch und China absolut menschenunwürdig. Um eine Alternative zu dieser massenhaften Produktion zu Hungerlöhnen zu geben, haben junge deutsche Unternehmer nachhaltige und faire Modelabels gegründet.

„Slowmo“ – zeitgemäße Mode aus Deutschland

Das Geschwisterpaar Moss hat es sich zur Aufgabe gemacht, trendige Mode „Made in Berlin“ herzustellen. Die aus Baumwolle, Leinen und Schafswolle hergestellten Jacken, Oberteile und Hosen der jungen Unternehmer gibt es seit 2005 online zu kaufen. Dabei entspricht ihre ökologisch-faire Mode nicht dem gängigen Klischee: Sie besitzt nicht das etwas altbackene Ethno-Design vergleichbarer Anbieter, sondern begeistert mit kreativen, schlichten Schnitten, die zeitgemäß sind. Der Name „Slowmo“ wurde von der Modedesignerin Felicia Moss-Kraus und dem Weltreisenden Melchior Moss deshalb gewählt, weil er eine Abkürzung für Slowmotion ist und für ein entschleunigtes, bewusstes Kaufverhalten steht, dass nachhaltig orientiert ist. Die beiden Jungunternehmer wollen dem Wegwerfverhalten der Deutschen eine Alternative entgegenbringen: Fair produzierte, trendige Mode aus Deutschland, die ihr Geld wert ist.

„Bleed“ – vegan-ökologische Sport- und Streetwear

Wie der Name des Labels schon andeutet, muss für die Mode von „Bleed“ niemand leiden. Das in der Textilschmiede Helmbrechts in Oberfranken ansässige Unternehmen wurde vor sechs Jahren gegründet und lässt seine Mode zu 90 Prozent in Europa und zu zehn Prozent im asiatischen Raum fertigen. Hierbei achtet die Marke auf gute Rahmenbedingungen für die Näher/Innen wie faire Löhne und geregelte Arbeitszeiten. Zudem setzt das Unternehmen auf die Entwicklung neuer Fasern wie Tencel, einem Gewebe aus Zellulosefaser, welches man aus Eukalyptus herstellt. Eukalyptus benötigt im Anbau wesentlich weniger Wasser als Biobaumwolle und muss weder mit Pestiziden noch Herbiziden behandelt werden. Aber auch Sport- und Streetwear aus Biobaumwolle, aus Hanf und Recycled Polyester zählen zu den Produkten der veganen Marke, die online (zum Beispiel auf www.frontlineshop.com) gekauft werden können.

Gegen das schnelllebige Kaufverhalten

Um unserem schnelllebigen Kaufverhalten entgegenzuwirken, gründen immer mehr junge Unternehmer Modemarken, die auf Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein und faire Produktionsbedingungen Wert legen. Hierbei gehen das Berliner Label „Slowmo“ und das oberfränkische Unternehmen „Bleed“ mit gutem Vorbild voran.

Bild gestellt von: get4net – Fotolia

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