Streiks bei Eurowings Deutschland vorerst abgewendet

Düsseldorf – Bei der Lufthansa-Billigtochter Eurowings Deutschland wird vorerst nicht gestreikt. Die Fluggesellschaft und die Flugbegleitergewerkschaft Ufo wollen erneut Tarifgespräche aufnehmen. Ufo-Tarifexperte Nicoley Baublies signalisierte in einem Schreiben an Eurowings Gesprächsbereitschaft.

Ein Eurowings-Sprecher in Düsseldorf begrüßte den Vorschlag. In dem Schreiben von Baublies heißt es nunmehr, Ufo sei weiter an einer friedlichen Lösung interessiert. Im direkten Kontakt könnten etwaige Unstimmigkeiten ausgeräumt werden. Am Dienstag werde die Gewerkschaft dann intern über das Gesprächsergebnis beraten. «Vorher werden wir bei Eurowings keine Streiks durchführen», schrieb Baublies.

Es geht um die in Düsseldorf sitzende Gesellschaft Eurowings, die 23 von bislang 90 Mittelstreckenjets der Lufthansa-Billigplattform Eurowings betreibt. Hintergrund des Konflikts ist ein neuer Vergütungstarifvertrag für die rund 400 in Deutschland arbeitenden Flugbegleiter von Eurowings.

Eurowings hatte am Donnerstag dem Kabinenpersonal in einem Brief noch einmal die Lage geschildert und darin das verbessertes Angebot von Mitte Oktober erläutert. Das Angebot von Eurowings sehe im Gesamtumfang Verbesserungen durchschnittlich sieben Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von drei Jahren und drei Monaten vor, heißt es. Es geht unter anderem um höhere Vergütungen und den Aufbau einer sogenannten Unterstützungskasse.

Seit 2008 hat ausschließlich Ufo bei der Lufthansa-Tochter neue Tarifverträge für die Flugbegleiter abgeschlossen. Doch inzwischen mischt Verdi stärker mit. Im September hatte die DGB-Gewerkschaft einen Warnstreik des Kabinenpersonals bei Eurowings Deutschland organisiert, in dessen Folge acht Flüge ausfielen. Nach Angaben von Eurowings wird auch mit Verdi in dieser Woche weiter verhandelt.

Bei der Lufthansa war bei einer Schlichtung unter Leitung von Brandenburgs Ex-Ministerpräsident Matthias Platzeck im Sommer ein Ende des Tarifkonflikts mit den Flugbegleitern erreicht worden.

Fotocredits: Oliver Berg
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