Der Stromer i3 von BMW – kleiner Flitzer zum kleinen Preis

Fahrerin sagt ok! für das Auto

Passend zu den Ferienpreisen an deutschen Tankstellen überrascht BMW mitten im sommerlichen Hoch die Branche mit einem Donnerschlag. Das erste serienmäßig gefertigte Elektroauto des bayrischen Autoherstellers, der Stromer i3, wird im November 2013 mit einem Basispreis von knapp 35.000 Euro auf den Markt kommen und bereits Ende des Monats parallel in New York, London und Peking vorgestellt.

 

Kostspieliges Experiment am Ende konkurrenzlos günstig?

Für die Entwicklung des BMW i3 und nachfolgender Modelle der i-Serie hat der Münchner Premiumhersteller, dessen Segment bislang die sonor schnurrenden Sechs-Zylinder-Verbrennungsmotoren waren, Milliarden investiert. Jetzt soll die angezettelte Revolution, wie Vorstandsvorsitzender Norbert Reithofer den Einstieg seines Unternehmens in den Elektroauto-Markt bezeichnet, Früchte tragen und die Autofahrer scharenweise in die gut angelegten und weit verzweigten Vertriebskanäle locken. Produkte der i-Serie und Dienstleistungen sollen über ein Multivertriebskanal-Modell zum Endverbraucher gelangen und ihm im Zusammenspiel aus den bewährten Vertragshändlern, einem Customer Interaction Center (CIC) und einer Online-Vertriebsplattform die Shopping-Tour erleichtern. Der anvisierte Basispreis von 34.950 Euro stimmt potentielle Käufer in jedem Fall positiv und überrascht die Experten der Branche, denn der vorab geschätzte Einstiegspreis liegt deutlich höher. Die integrierte Technik und die mögliche Beseitigung bekannter Probleme wird nun entscheiden, was der veranschlagte Kostenpunkt Wert und ob der Preis ähnlich heiß ist, wie das derzeitige Sommerhoch.

Der BMW i3 – Fakten, Fakten, Fakten

Um das exakt 3,85 m lange Kompaktauto so leicht wie möglich zu machen und das Gewicht des 22-kWh-Lithium-Ionen-Akkus auszugleichen, wird die Karosse des i3 vorrangig aus Carbon gefertigt. Das leichte Material reduziert nicht nur die Herstellungskosten, da auf ein Presswerk und eine große Lackiererei verzichtet werden kann, sondern hat in Sicherheitstests im Vergleich zu Stahl ebenfalls Vorteile gezeigt. Bei einem Seitencrash verformt sich die Carbonkarosserie nicht und die Fahrertür lässt sich auch beim Unfallfahrzeug normal öffnen. Der Viertürer verliert durch die Leichtbauweise, im Gegensatz zu vergleichbaren Modellen, bis zu 350 kg an Gewicht. Bei der Reichweite des Wagens sind allerdings keine revolutionären Werte zu erwarten. Eine Fahrstrecke bis 160 km schafft die integrierte Batterie bei gemäßigter und angepasster Fahrweise am Stück und muss dann über eine Dauer von 8 – 10 Stunden aufgeladen werden. Um diesen Makel auszugleichen, lässt BMW deutschlandweit 4600 Ladesäulen aufstellen und auf der Autobahn A9, zwischen Berlin und München, sogenannte Fast-Charger-Säulen installieren, die ein Aufladen der Batterie innerhalb von 30 Minuten möglich machen. Der leise, 170 PS starke Hybrid-Synchronmotor des BMW i3 sprintet in 7,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine passable Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h. Im dichten Stadtverkehr sammelt der kleine, elektrische Flitzer durch einen Wendekreis von 9,86 m verlorene Pluspunkte wieder ein. Der Fahrer sitzt geräumig einem übersichtlich und perfekt gestyltem „Armaturenbrett“ à la BMW gegenüber, die Sitze im Fond sind dagegen eher Platzhalter, aber bestens geeignet, um die Rasselbande in Schach zu halten.
Vorreiter BMW – Einstieg in mobile und bezahlbare Zukunftstechnologien
Bis zum Jahr 2020 soll laut Bundesregierung der Anteil der Elektroautos auf deutschen Straßen bei einer Million Fahrzeuge liegen. Diesem Ziel stehen derzeitige Zulassungen im unteren, vierstelligen Bereich gegenüber. Die Unlust der Deutschen in die elektrische Antriebstechnik zu investieren wird mit hohen Anschaffungskosten und unausgereifter Technik in Zusammenhang gebracht. Vielleicht gelingt es BMW mit seinem i3 den Startschuss zu geben, um uneingeschränkte Mobilität und notwendiges Umweltbewusstsein zu verschmelzen.

Foto: Jürgen Fälchle – FotoliaSimilar Posts: