Herbstlaub verstopft die Regenrinne: Tipps für Hausbesitzer

Köln/Berlin – Bei starkem Blätterfall im Herbst geht es ganz schnell: Die Dachrinne setzt sich zu, und beim nächsten Regen kann das Wasser nicht mehr abfließen.

Wird die Dachrinne mehrere Jahre nicht gereinigt, können sogar Löcher und Risse entstehen. Das kann für die gesamte Hauskonstruktion fatale Folgen haben. Denn die Regenrinne erfüllt eine wichtige Funktion. In ihr wird das vom Dach ablaufende Regenwasser gesammelt und durch einen Trichter über ein Fallrohr abgeleitet. «Ist irgendwo etwas verstopft, funktioniert das gesamte System nicht mehr – und das Wasser sucht sich andere Wege», erklärt Manfred Gunkel vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks in Köln.

«Dachrinnen müssen regelmäßig gereinigt werden – vor allem, wenn große Laubbäume in der Nähe stehen», sagt Michael Kober vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima in Sankt Augustin bei Bonn. Eine einzige Hauruck-Aktion vor dem Winter reicht meist nicht aus. «Besser ist es, zwischendurch immer mal wieder nachzuschauen, ob die Regenrinne voll ist.»

Sein Tipp: «Am leichtesten lässt sich das Laub entfernen, wenn es locker und trocken ist.» Auch das Fallrohr ist wichtig: «Hier ist es besonders wichtig, die Stoßstelle von der Dachrinne zum Ablaufrohr von Laub und Ästen zu befreien», erklärt Kober. Sonst läuft die Rinne über und Wasser fließt an der Fassade entlang.

Ob von der verstopften Regenrinne oder vom Fallrohr: Abgeleitetes Wasser kann in die Wärmedämmung eindringen und zu Schimmel führen. «Die meisten Schäden an den Hauswänden entstehen, weil die Dachrinnen unzureichend gewartet werden», weiß Stefan Würzner vom Bauherren-Schutzbund in Berlin.

Da es mühsam und auch gefährlich ist, auf einer langen Leiter stehend die Dachrinne zu säubern, hat sich die Industrie einiges einfallen lassen, um es leichter zu machen. So werden zum Beispiel Teleskopstangen angeboten. Sogar Reinigungsroboter für die Dachrinne gibt es schon. «Wer sich unsicher fühlt und nicht über das das passende Werkzeug verfügt, sollte aber lieber einen Fachmann beauftragen, der hat auch die richtige Ausrüstung dabei», betont Kober. Bei Häusern ab zwei Etagen muss in jedem Fall der Profi ran. Auch Lötarbeiten sollten besser von Fachleuten erledigt werden, denn dicht unter dem Dach besteht erhöhte Brandgefahr.

Das Laub lässt sich schon von der Rinne abhalten, etwa mit sogenannten Laubfangabdeckungen. «Das sind feinmaschige Metallgitter, die über die gesamte Länge in die Regenrinne eingelegt und am Rand fest geklippt werden», erklärt Gunkel. Auf ihnen soll das Laub liegenbleiben und im Idealfall weggeweht werden. Der Kunde hat die Wahl zwischen ebenen Gittern oder solchen, die konvex oder konkav gewölbt sind.

Wunder bewirken sie alle nicht: Kommt zu viel Laub, verfängt es sich in den Gittern, verklebt dort und das Wasser fließt bei Nässe nicht ab. Oder es sammeln sich an den Seiten Blätter und Zweige. «Dann muss die gesamte Regenrinne samt Gitter gereinigt werden, und das über mehrere Meter», erklärt Gunkel.

Eine andere Möglichkeit ist, an der tiefsten Stelle der Rinne am Ablauf einen Laubfangkorb einzulegen. «Das Laub aus der Regenrinne wird zusammengespült und sammelt sich am Ablauf. Ist der verstopft, muss lediglich der Korb geleert werden», erläutert der Dachdecker.

Ist die Regenrinne vom Laub befreit, und es tropft trotzdem noch heraus, weist das auf Defekte in der Rinne hin. «Löcher und offene Nähte müssen möglichst umgehend repariert werden, damit das Wasser nicht an der Hausfassade entlang läuft», sagt Ludwig Popp, Trainer an der DIY Academy in Köln. Kleine Löcher lassen sich mit einem speziellen Kleber verschließen.

Dabei ist darauf zu achten, aus welchem Material die Regenrinne besteht – für jedes gibt es den passenden Kitt oder Reparaturpads. Gängig sind Zink, Kupfer, Aluminium und Kunststoff. «Die Dachrinne muss für die Reparatur absolut sauber und trocken sein, sonst halten die Kleber nicht», erläutert Popp.

Für die Ewigkeit ist das Flicken mit Kitt und Reparaturpads nicht geeignet. Spätestens zum Herbst sollten die beschädigten Segmente ausgetauscht werden. «Das ist vielleicht von vornherein die beste Lösung, vor allem bei Kunststoffrinnen, die nicht viel kosten», meint Popp.

Fotocredits: Nestor Bachmann,Henkel Sista,Fiskars,Marley,Monique Wüstenhagen
(dpa/tmn)

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(dpa)