Angioödem – Woher kommt die Schwellung der Haut?

UrticariaDie Haut spannt und schwillt an, als wolle sie platzen. Zwar tritt so ein Angioödem nicht unbedingt zusammen mit Schmerzen auf, doch gerade wenn Teile des Gesichts wie Augen oder Lippen betroffen sind, entstellt die Schwellung ungemein. Außerdem droht Lebensgefahr, wenn Schleimhäute oder der Kehlkopf anschwellen. Dann besteht oftmals akute Atemnot und der Betroffenen kann unter Umständen ersticken.



So entsteht die Hautschwellung

Die möglichen Auslöser eines Angioödems sind vielfältig: Medikamente, Lebensmittel oder darin enthaltene Zusatzstoffe können ebenso Ursache sein wie ein Infekt, körperliche Anstrengung, physikalischer Druck oder Kälte. Oft tritt ein Angioödem in Zusammenhang mit Nesselsucht auf, wie auch unter Nesselsuchtinfo.de beschrieben. Diese auch als Urtikaria bekannte Hautkrankheit äußert sich durch juckende, gerötete Quaddeln. Ein Angioödem ist als eine große Quaddel zu verstehen, die durch Wasseransammlungen in unteren Hautschichten entsteht. Blutgefäße in den tieferen Gewebsschichten werden durch Botenstoffe – bei der Nesselsucht handelt es sich dann um Histamin – undicht und Wasser gelangt aus den Adern in das umliegende Gewebe.

Formen und Therapien

Man unterscheidet zwei Formen des Angioödems: das histaminvermittelte und das hereditäre. Liegt eine akute Urtikaria beziehungsweise Nesselsucht vor, führt man die Schwellung der Haut auf Histamin zurück. Das erblich bedingte, also hereditäre, Angioödem wird durch eine Störung eines Abwehreiweiß im Blut, den sogenannten C1-Inhibitor-Mangel hervorgerufen.

Eine Schwellung der Haut an Händen oder Füßen bildet sich von allein zurück. Ein histaminvermitteltes Angioödem tritt allerdings häufig an Auge oder Lippe auf. Hier helfen Antihistaminika oder Kortison, die vom Arzt gespritzt werden. Im Hals und Rachenbereich kann auch der Kehlkopf betroffen sein – hier gilt oberste Vorsicht. Weil Erstickungsgefahr droht, sollten Betroffene umgehend ins Krankenhaus, um zum Beispiel mit Adrenalinspray oder einer Sauerstoffmaske gegen die akute Atemnot vorzugehen.

Bei einem hereditären Angioödem, das bei C1-Inhibitor-Mangel auftritt, kann nur das Symptom selbst, nicht die Ursache behandelt werden. Tritt das Angioödem am Kehlkopf auf, ist auch hier sofort eine ärztliche Behandlung nötig. Eventuell muss der Patient künstlich beatmet werden. Andererseits helfen Infusionen wie mit C1-Inhibitor-Konzentrat. Eine langfristige hormonelle Therapie mit Androgenen kann immer wieder auftretende Angioödeme zwar eindämmen, ist allerdings auch mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden.

ACE-Hemmer stehen häufig ebenfalls im Verdacht, Angioödeme auszulösen. Die Behandlung mit solchen blutdrucksenkenden Mitteln muss dann eingestellt werden.

Vorsicht ist geboten

Ein Angioödem ist eine unangenehme Belastung für die Betroffenen. Falls der Auslöser der Schwellung bekannt ist, sollte dieser gemieden werden. Ist die Schwellung schon einmal im Kehlkopf aufgetreten, ist es für Betroffene ratsam, immer ein allergologisches Notfallset bei sich zu tragen.

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