Yuppies sind out: Jetzt kommen LoHaS und BoBo’s

Was ist ein Yuppie? Ein Yuppie ist ein Yuppie, also: Einer der sich zu fein ist in Neukölln eine Currywurst zu essen. Ein Yuppie ist jemand, der darauf steht Kohle zu haben, aber selten weiß, was Stil ist. Ein Yuppie ist meistens ein schnöseliger Anzugträger, der eine Freundin hat, die über und über mit protzigem völlig unsubtilen Schmuck behangen ist und außerdem zuviel ins Sonnenstudio geht, was der Yuppie im übrigen auch tut.

Der Begriff Yuppie, also „Young Urban Professionell“, stammt aus den 80er Jahren. Er wird vor allem auf den Journalisten Joseph Epstein zurückgeführt, der mit dem Yuppie eine neue, amerikanische kulturelle Klasse beschreiben wollte: Die des jungen aufstrebenden, sozial zwar liberalen, aber trotzdem konservativen Bürgers. Doch der Yuppie gehört zu einer austerbenden Spezies, aus dem einfachen Grund, dass sich Gesellschaften verändern, und somit auch gesellschaftliche Klassen. In letzter Zeit schwirren aber neue Abkürzungen durch die Medien, die versuchen neu soziologische Klassen zu beschreiben.

Eine davon sind die sogenannten LoHaS. LoHaS steht für „Life of Health and Sustainibility“. Der Begriff beschreibt eine neue Klasse von Menschen, die versuchen gesundes Leben mit dem Leitbild der Nachhaltigkeit zu verbinden, sich aber vom klassischen „Öko“ abgrenzen. So werden zum Beispiel Leonardo di Caprio und Natalie Portman zu dieser Gruppierung gezählt. Di Caprio, der sich für den Klimaschutz einsetzt, propagiert diesen Lebensstil auf seiner Webseite. Ebenso vertritt Natalie Portman diese Leitbilder und wirbt für eine vegane Schuhkollektion. Sie selbst ist überzeugte Vegetarierin.

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Mit dem Begriff des BoBo beschreibt man eine weitere kulturelle Gruppierung. Der Begriff setzt sich aus den Wörtern „bourgeois“ und „bohemian“ zusammen und beschreibt damit eine neue kreative Oberschicht, die die Werte der Bohemes mit denen des Bürgertum verbindet. Der JournalistDavid Brooks beschreibt in seinem Buch „Bobo’s in Paradise“,was genau mit diesem Begriff gemeint ist und welche Menschen dazu gezählt werden.

In vielen Großstädten spricht man inzwischen schon von BoBo-Bezirken. Prenzlauer Berg in Berlin, das Viertel um den Naschmarkt in Wien oder Williamsburg in New York gehören zu sogenannten BoBo-Bezirken. BoBos arbeiten meist in sogenannten kreativen Berufen und teilen damit Elemente, die man früher der klassischen Bohème zugesprochen hat. Im Gegensatz zu diesen sind BoBos aber selten arm, und teilen außerdem die manchmal sehr konservativen Haltungen des klassischen Bürgertums und der Mittelschicht, wählen nicht selten konservative Parteien und pflegen einen bürgerlichen Lebensstil, der mit den oft am Existenzminimum kratzenden klassischen Bohème nichts gemein hat.

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