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Spaß beiseite: Bonner Ausstellung zum Humor in Deutschland

Humor hat in der Öffentlichkeit ein ziemlich breites Spektrum. Von der anspruchsvollen politischen Satire bis hin zur plattesten Comedy ist im Grunde alles denkbar. Nicht immer konnte man sich in Deutschland aber so ungezügelt über alles und jeden lustig machen wie heute. Eine Ausstellung im Haus der Geschichte Bonn wirft einen genaueren Blick auf „Humor und Politik in Deutschland“.

Wer heute als Promi nicht gute Miene zum bösen Spiel macht, wenn sich Humorschaffende unterschiedlicher Güteklasse über einen lustig machen, gilt schnell als beleidigte Leberwurst. Als Ex-Kanzler Gerhard Schröder einst ziemlich deutlichen Unmut über die Parodien des Stimmenimitators Elmar Brand zeigte, war damit ein deutlicher Beweis dafür angetreten, dass sich in Deutschland noch lange nicht jeder am allgemeinen Hofnarrenrum erfreut.

Dabei hat Satire hierzulande eine große Tradition. Vom „Scheibenwischer“ bis zu Harald Schmidt gehört das befreite Lachen auf Kosten politischer Fragwürdigkeiten zum deutschen Humoralltag. Doch wie waren die Verhältnisse eigentlich in der DDR? Musste man dort auf harmlose Witzemacherei abzielen und die politischen Seitenhiebe bis zur Unkenntlichkeit verschlüsseln?

Eine Ausstellung im Haus der Geschichte Bonn bietet unter dem Titel „Spaß beiseite: Humor und Politik in Deutschland“ Gelegenheit, sich die Entwicklung von Satire, Kabarett, Karikatur, Parodie, Comedy und Witz im Osten und Westen genauer anzusehen. Die Vorgehensweise ist dabei uneingeschränkt chronologisch und betrachtet die Entwicklung des Humors bis heute.

Rund 800 Exponate machen das Unterfangen zu einer reichhaltigen und äußerst bunten Angelegenheit. Neben jeder Menge Film- und Tondokumenten gibt es Originalrequisiten u.a. der „Münchner Lach- und Schießgesellschaft“, „Mainz wie es singt und lacht“ oder auch der Harald-Schmidt-Show zu sehen. Interaktiv können Besucher zudem selber darüber entscheiden, was Satire noch darf, und was eben nicht.

Begleitend erscheint ein Katalog mit umfangreichem Bildmaterial und Texten von Experten und Zeitzeugen wie Dieter Hildebrandt oder Jürgen Becker. Insgesamt läuft die Ausstellung bis zum 13. Juni 2011.

Haus der Geschichte
Museumsmeile / Willy-Brandt-Allee 14, 53113 Bonn

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 9 bis 19 Uhr, Eintritt freiSimilar Posts:

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