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Pwned Paintings: Mit Michiel van der Zanden auf Kunstwerke schiessen

Wie eng die Schnittstellen zwischen Malerei, Gaming und Videokunst sein können, belegen die Arbeiten des niederländischen Künstlers Michiel van der Zanden. Bruchlos importiert er die Ästhetik digitaler Medien in seine Malerei und verfährt ebenso umgekehrt. Zwei Gruppenausstellungen in Rotterdam und Breda, sowie eine Einzelausstellung in Köln erlauben einen Einblick in sein Schaffen.

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Irgendwo zwischen Photoshop und Machinima scheint sich Michiel van der Zandens Kunst zu bewegen, doch so genau lässt sich das gar nicht sagen. Fasziniert von Computerspielen und ihrer speziellen visuellen Ästhetik hat es sich der Holländer zum Prinzip gemacht, eben diese zur Grundlage seiner eigenen künstlerischen Sprache zu machen. Die Resultate sind durchweg faszinierend und sehr eigen.

Zunächst hatte van der Zanden Bilder aus bestehenden Games extrahiert und zum Bestandteil eigener Collagen gemacht. Mittlerweile erstellt er jedoch längst seine eigenen Szenarien und verleiht ihnen einen speziellen künstlerischen Ansatz. Ideen und typische Konzeptionen übernimmt er aus der Spielewelt und kombiniert sie mit Elementen, die dort normalerweise nichts zu suchen haben.

Besonders überzeugend gelingt dies z.B. in seinen „Pwned Paintings“. Eigentlich typische Machinimas, also kleine Filme, die mit der Game-Engine bestehender Computerspiele erstellt werden, verfolgen van der Zandens Ego-Shooter-Simulationen ein eigenes Ziel. Statt auf menschliche oder sonstwie lebende Gegner zu schießen, richten sich die Schusswaffen auf Kunstwerke.

Der Gedanke beruht auf einer interessanten Beobachtung: Kommen in regulären Shootern nämlich Gemälde vor, so lassen diese sich beim besten Willen nicht zerstören, ganz egal, wie audauernd man auch auf sie schiesst. Natürlich hat das programmiertechnische Gründe, doch bei van der Zanden kehren sich die Verhältnisse einfach um.

Ein Eindruck dieser und anderer Werke des Künstlers lässt sich noch bis zum 8. August bei der „Kleur 02“ im Dek22 Rotterdam gewinnen, sowie vom 16. bis 19. August im Artheater Köln oder vom 11. bis 26. September im Rahmen der Gruppenausstellung „Urban Landscapes“ im Electron Breda.Similar Posts: