• Home »
  • News »
  • Mark Lombardi: Dokumentation über den Künstler und seine Narrative Structures

Mark Lombardi: Dokumentation über den Künstler und seine Narrative Structures

Was eigentlich nach einem recht abenteuerlichen Filmplot klingt – das FBI nutzt das Werk eines Künstlers bei seinen Ermittlungen zum größten Terrorakt der US-Historie – ist tatsächlich Realität. Kurz nach den Anschlägen vom 11. September interessierte sich die Bundespolizei für die „Narrative Structures“ des im Jahr zuvor verstorbenen Mark Lombardi. Ein Dokumentarfilm beschäftigt sich jetzt mit dem Künstler.

Kunstwerke, die versteckte Botschaften beinhalten, finden sich sonst vor allem bei Dan Brown. Doch es wäre falsch zu behaupten, Mark Lombardi hätte in seinen Bildern mit Codes oder Verschlüsselungen gearbeitet. Im Gegenteil. Er zieht glasklare Verbindungslinien zwischen Personen, Regierungen, Firmen und Institutionen. Eine Interpretation liefert er allerdings nicht.

Am besten beschrieben mit dem Terminus der globalen Netzwerke zeigen die Bilder des New Yorker Künstlers Verflechtungen, die auf den ersten Blick fast zwangsweise wie wilde Verschwörungstheorien wirken müssen. Doch die verblüffenden Verbindungslinien zwischen Wirtschaft, Politik und Terror beruhen nicht auf Spekulationen, sondern sind das Ergebnis akribischer Recherche.

Lombardi bestand zu Lebzeiten darauf, dass alles, was er präsentiere, öffentlich zugänglichen Informationen entstamme, die allerdings so weitläufig verstreut seien, dass es jahrelangen Sammelns und Zusammenstellens bedurfte, um ein nachvollziehbares Bild zu erhalten. Auf Tausenden von Karteikarten hatte er seine Fundstücke festgehalten, bevor er sie zu seinen Schaubildern oder „Narrative Structures“ zusammenstellte.

2000 kam Lombardi ums Leben, und bis heute ist nicht geklärt, ob er, der vermutlich unter starkem Verfolgungswahn litt, Selbstmord begangen hat, oder ob er nicht doch Opfer seiner Recherchewut geworden ist.

Die deutsche Autorin und Filmemacherin Mareike Wegener hat sich auf die Spuren des Künstlers begeben und jetzt mit „Mark Lombardi – Kunst und Konspiration“ einen rund 80-minütigen Dokumentarfilm vorgelegt, der irgendwo zwischen Spionage-Thriller und Psychogramm pendelt. Spannend und sehenswert und ab dem 31. Mai im Kino.Similar Posts:

Werbung