Magnifico: Neue Show von André Heller

Bei den traumwandlerischen Inszenierungen von André Helle ist die Grenze zwischen Kunst und Kitsch (oder Quatsch) meistens nur hauchdünn. Nicht anders auch in seinen neuesten Wurf, einer theatralen Pferdeshow, die unter dem Namen „Magnifico“ demnächst durch die Republik zieht.

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Der österreichische Chansonnier und Aktionskünstler André Heller verfolgt in seinen vielfältigen Kulturprodukten von jeher das Prinzip: Lieber zuviel als zuwenig. Vielleicht hat die geschmackliche Überzuckerung ja damit zu tun, dass er einer Familie aus Süßwarenfabrikanten entstammt. In jedem Fall muss man sich auf seine oftmals arg überhöhten Fantastereien einlassen, um von ihnen begeistern zu werden. Dann allerdings kann man durchaus Bemerkenswertes erleben.

Sein bekanntestes Projekt ist bis heute immer noch der Circus Roncalli, den Heller 1976 zusammen mit Bernhard Paul gründete, kurz darauf aber bereits wieder ausstieg. Seitdem waren es vor allem die gescheiterten Events, mit denen Heller bei einem breiten Publikum auffiel. So hatte er zusammen mit Brian Eno und Peter Gabriel eine Eröffnungsveranstaltung zur Fussball-WM 2006 geplant, die jedoch kurzfristig von der FIFA abgesagt wurde, weil man Angst hatte, der Rollrasen sei nicht pünktlich zum Beginn des Turniers wieder spielfertig.

Bekannte Projekte umfassen z.B. ein aus 40.000 Elementen bestehendes Blumenbild, das Heller für die Bundesgartenschau 1985 entworfen hatte, den Hamburger Jahrmarkt der modernen Künste von 1987, an dem solche bedeutenden Namen wie Joseph Beuys, Friedensreich Hundertwasser und Roy Lichtenstein beteiligt waren, oder auch das „Schiff aus Salz“ im Toten Meer.

„Magnifico“, sein neuestes Werk, ist eine typische Heller-Show: Ein überdimensionales reisendes Pferdetheater voller Klang-, Licht- und Filminstallationen, Akrobaten, Clowns, Schattenspielen, Pantomimen und vielem anderen mehr. 22 surreale Szenen drehen sich um die Mythologie der Pferde. Im Zentrum steht das legendäre Einhorn Magnifico, dessen Träume die Show über rund 100 Minuten in eine anarchische Ordnung bringen.

Aufführungen gibt es vom 9. Februar bis zum 13. März in München, vom 6. April bis 8. Mai in Hamburg, vom 25. Mai bis 26. Juni in Düsseldorf, sowie vom 20. Juli bis 21. August in Stuttgart.Similar Posts:

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