John Malkovich bei den Ruhrfestspielen 2010

Der Titel erinnert an Dante und das mit gutem Grund: „The Infernal Comedy“ spielt im Jenseits, vermutlich nicht weit vom Fegefeuer entfernt. In Hamburg war die Deutschlandpremiere des Ein-Personen-Stücks mit Barockorchester und 2 Sopranistinnen gnadenlos ausverkauft. Hauptgrund für das große Interesse: Regisseur und Darsteller John Malkovich. Vom 2. bis 6. Juni kommt der Hollywood-Star für 5 weitere Aufführungen zu den Ruhrfestspielen nach Recklinghausen.

[youtube Kll5GyCAuRQ]

Einen Serienkiller spielt John Malkovich nicht zum ersten Mal. 2002 hatte er in „Ripley´s Game“ bereits äußerst eindrucksvoll Patricia Highsmiths vielfach begabten Kriminellen Tom Ripley verkörpert. Diesmal ist die Vorlage allerdings real. Jack Unterweger, Hauptfigur und Erzähler der „Infernal Comedy“, hatte in den 70er Jahren wegen Mordes vor Gericht gestanden und war 16 Jahre später aufgrund seiner literarischen Arbeiten zum Liebling der Intellektuellenszene Österreichs geworden – bis er für die Ermordung von 9 weiteren Frauen erneut verurteilt wurde.

Autor und Theaterregisseur Michael Sturminger hat sich die schillernde Figur des Serienmörders vorgenommen und zusammen mit dem Dirigenten Martin Haselböck einen Bühnenmonolog mit Orchesterbegleitung und Gesang entworfen. Die notwendige Öffentlichkeit bekam das Projekt aber erst, als der US-Schauspieler John Malkovich hinzustieß und direkt mal Hauptrolle und Regie übernahm.

Die Uraufführung am 3. Mai 2008 im kalifornischen Barnum Theatre stieß auf soviel Zuspruch, dass alle Beteiligten einer weiteren Ausarbeitung und Verbreitung des Stücks zustimmten. Am 9. Juli des Folgejahres gab es die erste vollständige Version auf den Vereinigten Bühnen Wiens zu sehen. Derzeit tourt das Ensemble durch Europa und Kanada. Vom 2. bis 6. Juni wird „The Infernal Comedy“ ganze 5 Mal im Rahmen der Ruhrfestspiele 2010 in Recklinghausen zu sehen sein. John Malkovich ist selbstverständlich dabei.

Im Stück hält der Serienkiller eine Lesung und erzählt erstmals seine wahre Geschichte. Dabei nimmt er kein Blatt vor den Mund und scheut sich auch nicht, mit dem Charisma des Bösen sein Publikum anzugreifen. Leisten kann er es sich, denn Ort der Veranstaltung ist ein nicht näher definiertes Jenseits. Unterweger hatte sich nämlich in der Nacht nach seiner erneuten Verurteilung in seiner Zelle aufgehangen.Similar Posts: