Irving Penn: Klassiker der modernen Fotografie

Über 150 Cover der „Vogue“ wurden von ihm gestaltet, und so einflussreich wie das Magazin für die Wahrnehmung von Mode war, so bedeutsam fiel dabei auch der Anteil von Irving Penn aus. Am 7. Oktober starb der große Fotograf und ältere Bruder des Hollywood-Regisseurs Arthur Penn im Alter von 92 Jahren.

Vermutlich das bekannteste Bild Irving Penns ist sein ikonisches Picasso-Porträt, das den Maler mit Hut, halb verdecktem Gesicht und eindringlichem Blick direkt ins Auge des Betrachters zeigt. Zugleich belegt diese Aufnahme Penns archetypischen Stil in Vollendung. Scharfe Kontraste waren dem Meister jederzeit fremd, überflüssige Deko gibt es nicht. Seine Inszenierungen sind ebenso nüchtern wie detailliert. Bekannt wurde der Fotograf aber vor allem durch seine prägenden Modeaufnahmen.

Penns Herangehensweise hat ihre Wurzeln sichtbar in der Malerei. 1938 hatte er ein Studium in Zeichnen, Grafik- und Produktdesign abgeschlossen und zunächst als Designassistent bei dem als provokant geltenden Modemagazin „Harper´s Bazaar“ gearbeitet. Erst im Anschluss erwachte Penns Interesse an der Fotografie. 1941 zog es ihn jedoch erst einmal wieder zur Malerei, für die er vorübergehend nach Mexiko ging. Erst mit seiner Rückkehr nach New York zwei Jahre später und einem Job als Grafikassistent bei der „Vogue“ rückte die Fotografie endgültig in den Vordergrund.

Am 1. Oktober 1943 erschien das erste Cover, das Penn gestaltet hatte. Es sollten in den kommenden 50 Jahren über 150 weitere folgen. Gemeinsam mit Richard Avedon prägte er den fotografischen Blick auf das, was Mode zur Haute Couture macht. Doch das Portfolio des Fotografen ist noch wesentlich vielgestaltiger.

1967 etwa reiste er nach Afrika und lieferte beeindruckende ethnografische Studien. Einprägsam auch seine Stillleben von Zigarrettenkippen und anderen weggeworfenen Nutzobjekten, die von Glamour und Verfall künden. Am bekanntesten aber sind sicher seine Porträts internationaler Künstler wie Marcel Duchamp, Truman Capote oder Marlene Dietrich.

1984 widmete das New Yorker Museum of Modern Art dem Fotografen eine umfassende Retrospektive.Similar Posts: