Ins Offene: Beethovenfest Bonn 2010

„Utopie und Freiheit“ in der Musik will das diesjährige Bonner Beethovenfest ausloten. Neue Formate und besondere Konzertideen sollen hierzu beitragen. Doch zur Veranstaltung gehört auch ein breiter Programmteil, der sich dem 200. Geburtstag von Robert Schumann widmet. Beginn ist der 10. September.

Einem Gedicht von Hölderlin haben die Macher des Beethovenfests ihr Motto für 2010 entlehnt. „Komm! Ins Offene, Freund“ heißt es in „Der Gang aufs Land“. Von einer Zukunft, in der Grenzen und Konventionen aufgebrochen werden, ist dort die Rede, und zu neuen Ufern will auch das diesjährige Event aufbrechen.

Möglicherweise hat man den Titel ja auch mit den einstmals sicher geglaubten Bauplänen für das neue Bonner Festspielhaus im Hinterkopf ausgewählt. Im Programmheft jedenfalls wird davon noch ziemlich vollmundig gesprochen. Mittlerweile ist das Prestigeprojekt der Stadt aber vom Tisch und jahrelange Diskussionen um Finanzierung und Standort, sowie Verbleib der sanierungsbedürftigen Beethovenhalle haben sich erledigt. Andererseits kann man das Motto unter diesen Vorzeichen auch ganz anders lesen, denn im „Offenen“ liegt so auch weiterhin die Zukunft des Festivals.

Die Zahlen sind wie immer beeindruckend: 67 Veranstaltungen, 25 Spielstätten und insgesamt 42.000 Eintrittskarten. In erster Linie ist das Event allerdings möglich durch umfangreiche Förderungen durch die Stadt Bonn, den Rhein-Sieg-Kreis und die projektbezogene Förderung des Landes Nordrhein-Westfalen und des Auswärtigen Amtes. Hinzu kommen jede Menge Sponsoren und Stiftungen.

Zu den bemerkenswertesten Veranstaltungen in diesem Jahr gehört eine Auftragskomposition von Jan Müller-Wieland, der das Buch „Der Knacks“ von Roger Willemsen zu einem Melodram verarbeitet hat. Die Uraufführung durch das Ensemble Resonanz findet am 29.09. in den Kammerspielen Bad Godesberg statt. Willemsen wird seinen Text dabei selber rezitieren.

„Composer and Artist in Residence“ ist dieses Jahr Peter Ruzicka, dem das Festival ein vierteiliges Porträt widmet. Seine musikalische Auseinandersetzung mit Hölderlin hat der Komponist ebenfalls mit „Ins Offene“ überschrieben, und sein Werk „Über die Grenze“ erlebt in Bonn seine Uraufführung.

Zu den vielen namhaften Künstlern, die es 2010 in die Bundesstadt zieht, gehören z.B. Sol Gabetta, Hélène Grimaud, Kent Nagano, Martina Gedeck, Sir Colin Davis, Sir Neville Marriner und andere mehr.

Das vollständige Programm inklusive aller Ticketpreise lässt sich online auf der Homepage des Festivals einsehen. Alle Termine liegen zwischen dem 10.9. und 9.10.2010.Similar Posts: