Axelleration: Pop-Art von Evelyne Axell

Zum ersten Mal in Deutschland gibt es eine umfassende Retrospektive der belgischen Pop-Art-Künstlerin Evelyne Axell zu sehen. Bis zum 3. Oktober zeigt das Museum Abteiberg in Mönchengladbach rund 60 Werke aus dem Nachlass, darunter einige ihrer berühmten Plexiglas-Gemälde.

Eine Zeitlang war Evelyne Axell fast ausschließlich unter ihrem androgynen Nachnamen bekannt. Die 1972 verstorbene Künstlerin hatte sich davon erhofft, in der Kunstwelt nicht ihres Geschlechts wegen benachteiligt zu werden. Heute wäre Derartiges geradezu absurd. Umso mehr sind Axells Arbeiten oftmals Auseinandersetzungen mit Weiblichkeit und Sexualität.

1970 veröffentlichte sie mit „Le Peintre (Autoportrait)“ das erste Akt-Selbstbildnis einer weiblichen Künstlerin überhaupt. Überhaupt nutzte sie medial sexualisierte Darstellungen von Frauen und kehrte deren Intention um in Formen der Befreiung. Dass sie sich dazu den Stil der Pop-Art zueigen machte, gehört zur Schlüssigkeit ihrer künstlerischen Position.

Doch nicht nur ihre Motive ließen aufmerken, auch ihre ungewöhnliche Materialwahl setzte sich vom gängigen Standard ab. Kurz nach ihrer ersten Solo-Ausstellung im Jahr 1967 ersetzte Axell Ölfarben und Leinwand durch Emaillelacke und Plexiglas oder andere Kunststoffe.

Die Ausstellung im Museum Abteiberg zeigt neben einer Reihe von Gemäldeserien und Objektbildern auch Papiercollagen, Filzstiftzeichnungen, kleine Skulpturen, sowie erstmals unveröffentlichte fotografische Selbstportraits der Künstlerin. Begleitend erscheint ein Katalog mit rund 110 Abbildungen.

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Städtisches Museum Abteiberg
Abteistr. 27, 41061 Mönchengladbach

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 11 – 18 Uhr

Eintritt:
regulär 6, ermäßigt 3 EuroSimilar Posts: