Alfred Kubin: Nebenwelten – Ausstellung in Köln

Wer die alptraumhaften Kreaturen aus der Feder von Alfred Kubin zum ersten Mal sieht, wird vielleicht an H. P. Lovecraft oder H. R. Giger denken und liegt dabei nicht falsch. Denn auch der österreichische Grafiker und Schriftsteller war sein Leben lang ein Chronist des Fantastischen. Eine Kölner Ausstellung zeigt aktuell eine Auswahl seiner Arbeiten.

130 Werke aus allen Schaffensphasen des Künstlers gibt es unter dem Titel „Nebenwelten“ bis zum 4. Dezember im Käthe Kollwitz Museum zu sehen. Zentral sind dabei Zeichnungen aus dem Frühwerk zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Sie zeigen Kubins seltsam-unheimliche Mischwesen, androgyne Schreckensgestalten, die meistens in dunkler Umgebung auftauchen.

1901 gründete er zusammen mit Wassily Kandinsky und anderen die „Neue Künstlervereinigung München“, aus der zwei Jahre später der „Blaue Reiter“ hervorging. In der gleichen Zeit entstand sein apokalyptisch-halluzinatorischer Roman „Die andere Seite“, den er selber illustrierte. Aber auch Bücher anderer Autoren, darunter Edgar Allan Poe und Franz Kafka, wurden um seine stets beunruhigenden Darstellungen bereichert. Einige Beispiele aus diesem Schaffensbereich sind ebenfalls Teil der Ausstellung.

Unter der Herrschaft der Nationalsozialisten gehörten seine Arbeiten zur sogenannten „Entarteten Kunst“. Ein Ausstellungsverbot erhielt er bemerkenswerter Weise jedoch nicht. Nach dem Krieg trat er der Bayerischen Akademie der Schönen Künste bei. Aus dieser Spätphase gibt es eine Reihe von Exponaten zu sehen, die belegen, wie versiert Kubin im Umgang mit den unterschiedlichen Techniken der Papierkunst war. Zur Auswahl gehören Feder- und Bleistiftzeichnungen, Lavierungen, Aquarelle, Gouachen und Druckgraphiken.

Begleitend werden Führungen und Vorträge, Workshops für Kinder, sowie am 30. Oktober ein Konzert mit Lesung angeboten. Zu hören gibt es bei dieser Gelegenheit unter anderem die 1947 nach Zeichnungen von Kubin entstandene Klaviermusik „Kubiana“ von Hans Erich Apostel.

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Käthe Kollwitz Museum Köln

Neumarkt 18-24, 50667 Köln

Öffnungszeiten:
Di bis Fr 10.00 bis 18.00 Uhr
Sa/So und an Feiertagen 11.00 bis 18.00 Uhr

Eintritt:
Erwachsene 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro
Schüler- und Studentengruppen ab 15 Personen 1 EuroSimilar Posts: