Heino covert Rammstein – warum auch nicht?

Viele mögen es zunächst für einen Witz gehalten haben, aber ausgerechnet der blonde Barde aus Bad Münstereifel (ursprünglich aus Düsseldorf) veröffentlich ein ganzes Album mit Cover-Versionen neuerer deutschsprachiger Rock- und Pop-Songs. Das muss einem nicht gefallen, als Marketing-Coup ist die Heinofizierung von Rammstein bis Peter Fox allerdings ziemlich brillant.

Angeblich sollen die Originalkünstler kochen vor Wut. Von lautstarken Anrufen und angedrohten rechtlichen Schritten ist die Rede, doch das darf man wohl getrost als werbewirksamen Nonsens abhaken. Heino covert Rammstein, und dagegen kann niemand etwas unternehmen. Und wozu auch?

„Mit freundlichen Grüßen“ heißt das Album mit 12 Titeln, die gar nicht einmal sonderlich weit von den Originalen abweichen. Wäre da nicht der Bariton von Deutschlands bekanntestem Sonnenbrillenträger, man würde den Unterschied kaum bemerken. Ein bisschen arg übertrieben rollt Heino das „r“, aber vielleicht sitzt auch das neue Gebiss nicht so richtig.

Auf dem Cover zeigt er sich schlagkräftig mit Totenkopfring und Nietenlederjacke als Parodie seiner selbst und derer, die er – ja was? Parodiert? Imitiert? Oder denen er laut Pressetext seine „Wertschätzung“ erweist? Wie auch immer, das Konzept geht auf, denn die gesamte Präsentation ist so heillos übertrieben, dass sich der ironische Unterton nur schwerlich übersehen lässt.

Zu den gecoverten Songs gehören „Junge“ von den Ärzten, „Haus am See“ von Peter Fox, „Leuchtturm“ von Nena, „MfG“ von den Fanta 4 oder eben „Sonne“ von Rammstein. Die Frage, ob der Mann, der sonst eher über schwarzbraune Haselnüsse singt, das einfach so darf, ohne die Künstler ausdrücklich um Erlaubnis zu bitten, erübrigt sich. Wer der GEMA bestimmte Verwertungsrechte überträgt, muss leider auch damit klar kommen, wenn er von Heino gecovert wird.Similar Posts:

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