Beethovenfest Bonn 2012 zeigt Eigensinn

Ein Jahr, ein Motto. Diesmal steht das Bonner Beethovenfest ganz im Zeichen des „Eigensinns“. Was zunächst negativ klingt, ist selbstverständlich positiv gemeint. Der Blick soll sich auf Künstler richten, die ihrer Zeit voraus sind und dabei auch schon einmal Grenzen überschreiten. Ob sich das Versprechen halten lässt, davon kann man sich zwischen dem 7.9. und 7.10. selbst überzeugen.

„Wahre Kunst“, so sinniert Beethoven in einer Notiz von 1820, „ist eigensinnig, lässt sich nicht in schmeichelnde Formen zwingen.“ Für den gebürtigen Bonner Kompinisten sicherlich eine Weisheit, der er in seinem Schaffen nur allzu gerne gefolgt ist. Wie sehr das allerdings auch auf das Programm des diesjährigen Festes zu Ehren des Meisters zutrifft, steht auf einem anderen Blatt.

Hochkarätig wird es erneut allemal, denn zu den Gästen gehören unter anderem das London Symphony Orchestra, das Bayerische Staatsorchester unter Kent Nagano, das Borodin Quartet und andere interessante Acts. Ein eigener Zyklus ist dem Amerikaner John Cage gewidmet, der dieses Jahr auch im Rahmen des Kölner Festivals „Acht Brücken“ geehrt wird.

Kuriosa wie ein Konzert von Rapper Samy Deluxe im Telekom Forum oder ein Auftritt des „Gemüseorchesters“ mit eigenwilligen Interpretationen von Strawinski bis Kraftwerk im Pantheon sind natürlich ebenfalls wieder dabei. Welches Rahmenprogramm dieses Jahr geboten wird, geben die Veranstalter allerdings erst im August bekannt.

Für Bonn ist das Beethovenfest neben dem Jazz Festival mittlerweile fast die letzte noch verbliebene größere Kulturveranstaltung. Wie erfolgreich der dieses Jahr erstmals stattfindende „Kunst!Rasen“ sein wird, muss sich erst noch herausstellen. Zudem bemühen sich Stadt und private Initiativen weiterhin um ein neues Festspielhaus, doch die Aussichten sind wenig rosig. Es bleibt abzuwarten, welche Rolle kulturelle Großevents zukünftig in Bonn spielen werden.Similar Posts: