Stand der Dinge: Neuer Fotoband von Jim Rakete

Kein Name steht in Deutschland so zentral für Starfotografie wie der von Jim Rakete. Wer vor seiner Linse posiert, ist im hiesigen Showgeschäft relevant, und alle anderen würden gerne dazu gehören. Ein neuer Bildband, entstanden im Zusammenhang einer Spendenaktion für das Deutsche Filmmuseum Frankfurt, zeigt ausschließlich Aufnahmen von prominenten deutschen Filmschaffenden.

Wer braucht schon einen Künstlernamen, wenn er von Haus aus bereits „Rakete“ heißt? Doch nicht nur der programmatische Name, sondern auch das fotografische Talent wurde Jim Rakete quasi in die Wiege gelegt. Schon in jungen Jahren war die Kamera sein liebstes Spielzeug, und mit 17 Jahren fotografierte er bereits professionell und gegen Bezahlung.

Seine erste eigene Fotoagentur betrieb er von 1977 an für ein ganzes Jahrzehnt in einer Kreuzberger Fabriketage. Seine besondere Beziehung zur Neuen Deutschen Welle schlug sich in dieser Zeit nicht nur in Fotografien für Plattencover nieder, sondern führte auch dazu, dass Rakete eine Weile als Produzent und Manager für so illustre Künstler wie Die Ärzte, Nina Hagen, Spliff oder Nena fungierte.

Das Faible für die Musikbranche behielt er bei, widmete sich jedoch später nur noch der Fotografie. So ziemlich jeder, der in der hiesigen Entertainment-Industrie einen Namen hat, stand seitdem schon vor seiner Kamera, und bis heute geben sich die Promis gegenseitig die Klinke in die Hand, zumal sich Rakete standhaft weigert, von analoger auf digitale Technik umzuschwenken. Seine Fotos entstehen immer noch in der Dunkelkammer.

Der aktuelle Fotoband „Stand der Dinge“, benannt nach einem Film von Wim Wenders, versammelt „100 Porträts für das Deutsche Filmmuseum“, welches er im Rahmen einer Spendenaktion unterstützte. Zu sehen gibt es Porträts von Schauspielern, Regisseuren und Produzenten der hiesigen Filmlandschaft, jeweils abgebildet mit tyischen Requsitien aus einigen ihrer bekanntesten Arbeiten.

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Jim Rakete
Stand der Dinge: 100 Porträts für das Deutsche Filmmuseum

Mit Texten von Dominik Graf und Freddy Langer.
208 Seiten, 101 Farbtafeln. Format: 24 x 31,5 cm, gebunden.
ISBN 978-3829605335
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