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Schwarze Gärten und Marilyn Monroe: Ausstellung von Philippe Parreno

Der französische Künstler Philippe Parreno zeigt derzeit in Basel eine echte Sensation. Erstmals gibt es zuvor unveröffentlichte Briefe von Marilyn Monroe zu sehen. Was daran Kunst sein soll? Ganz einfach, die Schriftwerke stammen keineswegs von der blonden Ikone selber, sondern wurden von einem Roboterklon verfasst. Und auch sonst zeigt Parreno eine Menge Merkwürdiges.

Film, Skulptur, Performance und Text finden in den Werken von Philippe Parreno zueinander, doch das zentrale Ausdrucksmedium ist für ihn die Ausstellung selber. Nicht das Erlebnis einzelner Werke interessiert ihn da, sondern vielmehr das Zusammenspiel aller Elemente, deren Wirkung auch durchaus über den Besuch hinaus anhalten kann. Vom 10. Juni bis 30. September bietet die Fondation Beyeler in Riehen dafür ein bemerkenswertes Beispiel.

Im Zentrum stehen zwei Filme, die auf unterschiedliche Weise in die Ausstellung hinein erweitert werden. In „C.H.Z.“ wird ein schwarzer Garten gezeigt, den der Künstler in Portugal zusammen mit Landschaftsarchitekten Bas Smets entworfen hat. Der Film inszeniert ihn als Kunstwerk, verwendet dabei aber keine Schnitte, sondern zeigt Einzelheiten alleine duch Kamerabewegung und Fokusverschiebung. Auf der Tonspur gibt es zudem ausschließlich Untergrundgeräusche zu hören, die mit Seismometern aufgenommen wurden.

Der zweite Film beschwört den Geist von Marilyn Monroe im Rahmen einer Seance, die in einer Suite des New Yorker Hotels Waldorf Astoria stattfindet. Die Präsenz der Verstorbenen wird auf dreierlei Weise dargestellt: Die Kamera nimmt ihre Position ein, ein Computer rekonstruiert ihre Stimme, und ein Roboter imitiert ihre Handschrift.

Beide Filme hinterlassen ihre Spuren auch in der restlichen Ausstellung. Eine Serie von rund 30 neuen Tuschezeichnungen zeigt Motive aus „C.H.Z.“ Eine zweite Serie besteht aus Briefen, die der Marilyn-Roboter auf Orginalbriefpapier des Waldorf Astoria geschrieben hat. Eine Soundinstallation tut ihr Übriges und verlagert die Tonspur der beiden Filme in den Ausstellungsbereich.

Übrigens: Wer ohnehin vor Ort ist, kann sich in der Fondation Beyeler bis zum 2. September zusätzlich noch eine Ausstellung von Jeff Koons ansehen.

***

Fondation Beyeler, Beyeler Museum AG
Baselstrasse 77 – CH-4125 Riehen

Öffnungszeiten:
Täglich 10 – 18 Uhr, mittwochs 10 – 20 Uhr

Eintritt:
Regulär 25 CHF (ca. 21 Euro)Similar Posts: